Bürger helfen Bürgern

- Initiativen von den PRO-Stadt- und Bezirksbeiräten

Alfred Dagenbach, Ursula Dagenbach-Auchter und Heinz Schulz

abgesandt  am  20.9.2018

   Ihr Anliegen mitteilen

An die Stadtverwaltung Heilbronn

 

* 18.089 Ausgleichsmaßnahme für 44C/12

Sehr geehrte Damen und Herren,

der Gemeinderat der Stadt Heilbronn hatte im Zusammenhang mit der Ausweisung des Bebauungsplanes 44C/12 „Böllinger Höfe“ am 17.12.2012 die Durchführung planexterner Ausgleichsmaßnahmen auf städtischen Grundstücken durch Anlegen und dauerhafter Pflege zum Maßnahmenerhalt beschlossen.

Gedacht waren die Maßnahmen als Lebensraum und Fortpflanzungshabitat für die Wechselkröte und Laichgewässer für Erdkröten, Teich- und Bergmolche auf einer Fläche von rund 1.000 Quadratmetern.
Doch davon ist jetzt nichts mehr zu sehen.

Die Anlage befindet sich nicht erst heute im Verlauf eines trockenen Jahres in einem erbärmlichen Zustand.

Von den sich dort angesiedelten Amphibien ist nichts mehr vorhanden.
Sie dürften in Ermangelung der entsprechend vorgesehenen Pflege einfach vertrocknet sein.

Es müssen daher auch Zweifel am Wert der dafür erstellten Gutachten erhoben werden.
Beides – Gutachten wie die Umsetzung der sich nun als äußerst mangelhaft erwiesenen Anlage – seien nichts anderes als Verschwendung von Steuergeldern.

Es wäre wesentlich sinnvoller gewesen, eine solche Anlage in feuchteren Gebieten etwa in der Aue zwischen Neckar und Neckartalstraße anzulegen.


Wir fragen daher:


1. Welche Stellungnahme gibt died Stadtverwaltung dazu ab;

2. wird sie weiterhin solche Gutachter beauftragen;

3. was hat das Gutachten gekostet;

4. was hat die Anlage selbst gekostet;

5. welcher finanzielle Aufwand wurde seit Errichtung der Anlage dafür geleistet?

 

Im Rahmen einer nachhaltigen und sparsamen Haushaltsführung und einer umweltfreundlichen Reduzierung des Papierverbrauchs bitten wir um Abhilfe, Stellungnahme und Rückantwort per zeit- und kostensparenden einfachem eMail. 

Mit freundlichen Grüßen

 

Bürgerbewegung

PRO Heilbronn

 

Alfred Dagenbach
Stadtrat

Antworten der Verwaltung

Eingang am 14.11.2018

Eingang nach 54  Tagen

Antwort mußte gescannt werden, weil nicht zeit- und kostenbelastend nicht mit per erbetenen einfachemeMail geantwortet wurde. Es kann daher auch fehlerbehaftet sein noch nicht beantwortet bürgerfern: haben wir nicht können wir nicht wollen wir nicht könnte besser sein bürgernah: Danke!

<*>  in Ihrer Anfrage vom 20.09.2018 bitten Sie um Auskünfte zu einer der Ausgleichsmaßnahmen für den Bebauungsplan 44C/12 Böllinger Höfe Süd.

Zu Ihren Fragen können wir Ihnen folgende Informationen weitergeben:

Frage 1 - Stellungnahme zur Maßnahme

Bei den drei Laichgewässern im Gewann Krämer im Stadtteil Neckargartach handelt es sich um eine CEF-Maßnahme im Zusammenhang mit Bebauungsplan 44C/12 .Böllinger Höfe Süd" (Ansiedlung der Firma Audi). Die Stadt ist zum Neubau der Amphibienschutzanlage verpflichtet und muss auch die Unterhaltung gewährleisten. Ein externes Gutachterbüro (Gesellschaft für angewandte Ökologie,
Walldorf) überwacht seit der Herstellung des Amphibienlebensraums im Jahr 2012 dessen
Funktionsfähigkeit und erhebt die Amphibien am Standort der Artenschutzfläche vom Frühjahr
(Laichperiode) bis zum Früh-Sommer (Abwandern der juvenilen Tiere).

Die Tümpel sind seit ihrer Herstellung 2012 funktionsfähig für die Amphibienreproduktion. Zur
Verbesserung der Biotop-Eigenschaften für die Wechselkröte wurde ein Laichgewässer 2013
aufwändig saniert (Betonplatte eingezogen gegen die Wasserverdunstung). Laut Monitoringberichten
der GefaÖ ist das Ablaichen und die Larvalentwicklung für alle Amphibien in den vergangenen sechs
Jahren immer sichergestellt gewesen.


Die immer heißeren und trockeneren Frühjahre und Sommer erforderten in den Monaten Februar bis
Juli eine kontinuierliche Wasserbefüllung der Tümpel zur Sicherstellung der Biotopeignung als
Amphibienlaichgewässer. Die Gesamtkosten für das Wässern der Tümpel betragen bis heute: 32.957 Euro.

Beim Monitoring der künstlichen Laichgewässer wurden keine Wechselkröten aufgefunden. Der
einzige Nachweis einer lebenden und einer toten Wechselkröte durch die GefaÖ stammt aus dem Jahr 2012. Erdkröten und Bergmolche und auch Grünfrösche konnten in allen Jahren nach der
Biotopanlage in größerer Zahl beim Laichen, als Kaulquappen und als Jungtiere erfasst werden.

Frage 2 - Beauftragung des Gutachters

An der fachlichen Kompetenz des Gutachters bestehen keinerlei Zweifel. In der Folgezeit wurden
bereits mehrere andere Vorhaben der Stadt Heilbronn durch das Fachbüro begleitet.

Frage 3 - Kosten des Gutachtens

Die Belange des Artenschutzes waren bei dem Bebauungsplan für das Ansiedlungsvorhaben auf
Grundlage der gesetzlichen Vorgaben abzuarbeiten. Für die Durchführung der artenschutzrechtlichen
Prüfung sind Bearbeitungskosten in Höhe von 37.056 Euro angefallen. Dabei sind alle relevanten Arten geprüft worden, der kostenmäßige Anteil für die Amphibien lässt sich nicht beziffern. Für die Planung der Ausgleichsmaßnahme und die Ausführungsüberwachung sind 6.600 Euro angefallen. Dazu kommt der Aufwand für das erforderliche Monitoring der Maßnahme in Höhe von ca. 2.050 Euro jährlich seit Fertigstellung für den Zeitraum 2013 bis 2018.

Frage 4 - Herstellungskosten der Anlage

Die Herstellungskosten der drei Amphibientümpel und des umgebenden Landlebensraums im
Gewann Krämer in Neckargartach, geführt als städtische Grüninsel66626, betragen: 113.511 Euro.

Frage 5 - Finanzieller Aufwand seit der Errichtung der Anlage

Von 2013 bis 2018 wurden für die Unterhaltung der Laichgewässer (wässern) und des Landlebensraums Wiese (mulchen) an Auftragnehmer ausbezahlt: 34.836 Euro.

Freundliche Grüße

Dr. Böhmer

Planungs- und Baurechtsamt

 

 


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