Bürger helfen Bürgern

- Initiativen von den PRO-Stadt- und Bezirksbeiräten

Alfred Dagenbach, Ursula Dagenbach-Auchter und Heinz Schulz

abgesandt  am  17.4.2018

   Ihr Anliegen mitteilen

An die Stadtverwaltung Heilbronn

 

* 18.032 Rücksichtslos


Sehr geehrte Damen und Herren,


eine Bürgerin beklagt sich erneut in einem  Schreiben über  Lärm, ausgehend vom Bolzplatz in der Robert-Bosch-Straße in Sontheim. 2017 habe man zwei Schilder mit den Nutzungszeiten angebracht, leider habe sich aber nichts geändert. Die Schilder würden wie selbstverständlich und grundsätzlich ignoriert. Man müssen also weiterhin das stundenlange Bolzen, Geschrei und laute Musik ertragen.
Vom Rathaus sei sogar versprochen worden, daß "wir auch an den Feiertagen Ruhe haben dürfen". Ignoranz sei aber heutzutage die Devise.
Man habe jeden Sonntag das gleiche Theater und müsse in 30 Minuten Takt selber auf die Zeiten aufmerksam machen, was aber fast immer mit Beleidigungen und Beschimpfungen enden würde. Es werde natürlich weiter gespielt.

Vom Oberbürgermeister sei zwar empfohlen worden, die Polizei zu rufen, doch wäre die Erfahrung, daß "die  Ordnungshüter" meistens entweder zu spät oder gar nicht kommen könnten: "Selbst wenn mal eine Streife da war. hat es doch für die Personen keinerlei  Konsequenzen, sonst würden die doch nicht zwei Stunden später wieder da sein, um einfach weiter zu machen".
Sie habe sich von einem Polizisten sagen lassen müssen, daß sie nicht mehr anrufen soll, wenn auch Kinder spielen.


Wörtlich:
"Wie stellt man sich das dann vor, wenn Personen unterschiedlichen Alters hier spielen. Kommt da jemand vorbei um aus zu sortieren? Und glaubt man allen ernstes das Jugendliche den Platz dann verlassen?
Es geht doch hier immer um den gleichen Lärm. Das Dröhnen der Bälle, das ständige Schießen gegen den Metallzaun usw. Es ist daher völlig irrelevant, wer und wie viele Personen diesen Lärm verursachen! Und das hat in keinster Weise was mit Kinderfeindlichkeit zu tun.
Dieser Bolzplatz ist gerade mal einen Steinwurf von diesem Haus entfernt. Warum können  sich die Verantwortlichen dieser Einrichtung nicht vorstellen was es wirklich heißt wenn man JEDEN TAG  15 -20 STUNDEN diesen Lärm ertragen muss.
Wir sind nicht nur Bürger dieser Stadt sondern auch MENSCHEN die nicht nur Pflichten sondern auch RECHTE haben.
Durch eine Rückenerkrankung ist es mir nicht mehr möglich Aktivitäten außerhalb meiner Wohnung zu unternehmen, und wäre dringend darauf angewiesen, auf  meiner  Terrasse zu entspannen und frische Luft zu haben. Mein ganzes Dasein findet nur noch vorm Fernseher statt. Das ist kein Leben mehr, und so habe ich mir mein Altwerden im eigenen zu Hause nicht vorgestellt. Da ich nichts für meine Situation kann, macht mich diese Unmenschlichkeit und Ignoranz (insbesondere vom Rathaus) mir gegenüber fassungslos .Es ist nicht nur respektlos  sondern auch diskriminierend. Warum wird man hier behandelt wie Bürger dritter Klasse?
Da es weder mit Schildern noch mit der Polizei den von mir erhofften Erfolg gebracht hat, fordere ich Sie alle hiermit auf, daß der  Bolzplatz wenigstens an den Sonn- und Feiertagen geschlossen ist. Man kann sich Wochentags austoben, das sollte doch auch mal ausreichend sein. Warum gönnt man uns nicht ein mal ein paar Tage im Jahr Ruhe. In anderen Gemeinden und Städten werden solche Plätze sogar täglich um 20.00 Uhr geschlossen, und bleiben an Sonn- und Feiertagen zu. Da muss keiner in den Sommermonaten auch nachts noch um Ruhe betteln. Somit könnte man sich jeglichen Ärger ersparen.
Was wir ganz besonders traurig finden sind Bürger, die in keinster Weise Rücksicht nehmen auf unsere Feiertage. Für uns gab es wieder einmal keine besinnliche Weihnachten. Allein an einem einzigen Tag mussten wir uns fünf mal mit respektlosen Personen auseinander setzen. Sowie an all den anderen Sonn- und Feiertagen auch.
Am Karfreitag haben wir 11 Stunden diesen Lärm mit türkischer Musik ertragen. Verständnis Fehlanzeige. Es wurde erst recht gebolzt und der Ball gegen den Metallzaun geschlagen. Ein Erwachsener hat dann alle aufgefordert noch  lauter  zu sein. Das ist frech und unverschämt. Erschreckend ist, daß ich mich auch von Kindern beleidigen lassen muss, da war der Mittelfinger noch harmlos. Und die Polizei soll ich ja nicht mehr rufen. Es kann und darf nicht sein das man von allen Seiten nur beschimpft und beleidigt wird. .
.."

Wir fragen dazu:

1. Welche Stellungnahme gibt die Stadtverwaltung dazu ab;

2. in welcher Weise kann für Abhilfe gesorgt werden?

 

Im Rahmen einer nachhaltigen und sparsamen Haushaltsführung und einer umweltfreundlichen Reduzierung des Papierverbrauchs bitten wir um Abhilfe, Stellungnahme und Rückantwort per zeit- und kostensparenden einfachem eMail. 

Mit freundlichen Grüßen

 

Bürgerbewegung

PRO Heilbronn

 

Alfred Dagenbach
Stadtrat

Antworten der Verwaltung

Eingang am 11.5.2018

Eingang nach 24  Tagen

Antwort mußte gescannt werden, weil nicht zeit- und kostenbelastend nicht mit per erbetenen einfachemeMail geantwortet wurde. Es kann daher auch fehlerbehaftet sein   könnte besser sein

<*>  in Ihrer E-Mail vom 17.04.2018 beziehen Sie sich auf eine Beschwerde der Bürgerin ...,
wohnhaft in der Robert-Bosch-Straße in Sontheim. Frau ... beschwert sich zum wiederholten
Mal über Lärmbelästigungen durch den Bolzplatz auf der anderen Straßenseite.

Sie fragen hierzu:

1. Welche Stellungnahme gibt die Stadtverwaltung dazu ab?

Frau ... hat sich mit obiger Beschwerde mehrmals per E-Mail an mich gewandt, zuletzt am 09.
April 2017, am 13. November 2017 und am 02. April 2018. Sie erhielt jeweils ein persönliches Antwortschreiben mit konkreten Maßnahmen der Stadtverwaltung sowie mit Hinweisen, an wen sie sich bei Ruhestörungen wenden kann.

Die Nutzungszeiten des Bolzplatzes wurden aufgrund der Beschwerden von Frau ... eingeschränkt auf montags bis samstags von 8.00 bis 22.00 Uhr. Es wurden Hinweisschilder zu den Nutzungszeiten angebracht, um eine Handhabe für die Kontrollen des Ordnungsdienstes sowie für die gerufenen Polizeibeamten zu haben. Der städtische Ordnungsdienst wurde angewiesen, verstärkt und regelmäßig zu kontrollieren und bei Bedarf einzuschreiten. Eine regelwidrige Nutzung des Platzes ist nicht in unserem Sinne und ich habe diesbezüglich Verständnis für die Verärgerung von Frau ....

Ich habe ihr empfohlen, bei Bedarf die Polizei zu rufen.

Im Umfeld des nahegelegenen städtischen Jugendtreffs kontrolliert der zuständige Leiter während
seiner Anwesenheit beständig, ob der Lärmpegel zu hoch ist. Zur Lärmreduzierung wurde zudem die
Umzäunung des Platzes mit Gummi gedämmt.

Der Jugendtreff und der Bolzplatz leisten einen wichtigen Beitrag für die Kinder- und Familienfreundlichkeit der Stadt Heilbronn. Aus meiner Sicht ist deshalb zu begrüßen, wenn solche öffentlichen Anlagen von den Familien und Jugendlichen gut angenommen werden. Es findet eine sinnvolle Freizeitbetätigung statt und jugendliche Energien werden in Sport und Spiel ausgelebt.

2. Wie kann für Abhilfe gesorgt werden?

Aus Sicht der Stadtverwaltung sind alle verfügbaren Möglichkeiten der Entlastung geprüft worden.
Zum Beginn der wärmeren Witterung habe ich die städtischen Ordnungskräfte nochmals angewiesen, insbesondere an den Wochenenden zu kontrollieren und bei Bedarf einzuschreiten. Eine permanente Kontrolle ist seitens der Einsatzkräfte nicht leistbar.

 

Mit freundlichen Grüßen

Harry Mergel

Oberbürgermeister


Ihre Meinung dazu (bitte mit angeben, auf welchen Beitrag sich Ihre Meinung bezieht)