Bürger helfen Bürgern

- Initiativen der Stadträte der AfD-Fraktion
Dr. Raphael Benner, Franziska Gminder MdB aD,
Dirk Schwientek, Michael Seher
und Alfred Dagenbach MdL aD

abgefragt  am   19.9.2022

Ihr Anliegen mitteilen

An den Oberbürgermeister der Stadt Heilbronn

 

 

*22.059 Rückstau im Kreuzgrund

Sehr geehrter  Herr Oberbürgermeister,

die Heilbronner Stimme schreibt am 14.9.22 in einem Artikel "Im Böckinger Kreuzgrund laufen die Keller voll" u.a. "Anwohner im größten Heilbronner Stadtteil machen den SLK-Klinik-Neubau für Hochwasser bei Starkregen verantwortlich. Die Stadt empfiehlt den Eigentümern ihre Häuser besser zu schützen." etc.pp.

Das Problem ist keinesfalls neu. Geschoben wird - lt. HSt - von Seiten der Stadtverwaltung die Schuld offensichtlich auf den Klimawandel. Das Abwassernetz im Stadtgebiet sei entsprechend den Richtlinien grundsätzlich nur für ein dreijährlich auftretendes Regenereignis ausgelegt.

Dazu wird um Beantwortung folgender Fragen gebeten:

1. Welche Stellungnahme gibt die Stadtverwaltung dazu ab;

2. welche "Richtlinien" sind hierfür maßgebend und wo zu finden;

3.1 wann wurde das derzeit die Probleme betreffende Rohrnetz gebaut;

3.2 welches Einzugsgebiet hatte das betreffende Rohrnetz zum Zeitpunkt des Einbaus;

3.3 welches Einzugsgebiet hat das betreffende Rohrnetz jetzt;

4.1 welchen Anschluß hat das Baugebiet Nonnenbuckel;

4.2 werden Rückwirkungen durch das Baugebiet Nonnenbuckel auf das betroffene Rohrnetz ausgeschlossen;

5. sind bei der Verlängerung der Saarlandstraße neue Kanalkapazitäten vorgesehen;

6. in welcher Weise wird für Abhilfe gesorgt werden?

 


Im Rahmen einer nachhaltigen und sparsamen Haushaltsführung und einer umweltfreundlichen Reduzierung des Papierverbrauchs bitten wir um Abhilfe, Stellungnahme und Rückantwort per zeit- und kostensparenden einfachem eMail. 

Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen

Alfred Dagenbach
Stadtrat - AfD-Fraktion

dagenbach@t-online.de
Telefon: 07131-920500


   

AfD-Fraktion: Dr. Raphael Benner | Franziska Gminder MdB aD | Dirk Schwientek | Michael Seher | Alfred Dagenbach MdL aD

Antworten der Verwaltung

Eingang am
20.10.2022

Eingang nach  31 Tagen

Antwort mußte gescannt werden, weil nicht zeit- und kostenbelastend nicht mit per erbetenen einfachemeMail geantwortet wurde. Es kann daher auch fehlerbehaftet sein    könnte besser sein

<*>  nach Rücksprache mit der zuständigen Fachabteilung bei den Entsorgungsbetrieben der Stadt Heilbronn kann die o. g. Anfrage auf Grund des Artikels in der Heilbronner Stimme wie folgt beantwortet werden:

"Die Heilbronner Stimme schreibt am 14.9.22 in einem Artikel "Im Böckinger Kreuzgrund laufen die Keller voll" u.a. "Anwohner im größten Heilbronner Stadtteil machen den SlK-Klinik-Neubau für Hochwasser bei Starkregen verantwortlich. Die Stadt empfiehlt den Eigentümern ihre Häuser besser zu schützen." etc. pp. Das Problem ist keinesfalls neu. Geschoben wird - lt. HSt - von Seiten der Stadtverwaltung die Schuld offensichtlich auf den Klimawandel. Das Abwassernetz im Stadtgebiet sei entsprechend den Richtlinien grundsätzlich nur für ein dreijährlich auftretendes Regenereignis ausgelegt."

1. Welche Stellungnahme gibt die Stadtverwaltung dazu ab?

Der Bereich Saarlandstraße (Gesundbrunnen, SlK-Ktinik, Im Kreuzgrund und Nonnenbuckel) wurde hydraulisch untersucht und eine Planung für die Anpassung der Regen- und Mischwasserableitung erstellt. Die Maßnahmen sollen in drei Bauabschnitten umgesetzt werden. Ein erster Bauabschnitt Querung Römerstraße bis zum Anschluss an einen Zuleitungskanal (Südostecke Freibadparkplatz) zur Saarlandstraße wurde bis Ende Mai 2021 fertiggestellt. Mit der Realisierung des Quartiers Nonnenbuckel und der Umsetzung der weiteren Bauabschnitte ist im Kreuzgrund keine weitere Überlastung der Abwasserkanalisation vorhanden. Es wird derzeit die Genehmigungsplanung für den zweiten Bauabschnitt Retentionsbodenfilteranlage im Bereich "Hinter dem Fleischbeil" bearbeitet. Ein Baubeginn ist im Jahr 2024 vorgesehen. Der Klimawandel wird indirekt durch die Fortschreibung der "KOSTRA-Regendaten" bei den Bemessungswerten berücksichtigt.

2. Welche "Richtlinien" sind hierfür maßgebend und wo zu finden?

Oie Bemessung des Kanalnetzes nach anerkannten Regeln der Technik wird durch die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V. mit der Richtlinie All8 "Hydraulische Bemessung und Nachweis von Entwässerungssystemen" beschrieben. Oie empfohlenen Überstauhäufigkeiten für den rechnerischen Nachweis können Sie Abschnitt 5, Seite 14, Tabelle 3 entnehmen.
Oie hydraulische Berechnung und Nachweisführung erfolgt bei den Entsorgungsbetrieben der Stadt Heilbronn in einem hydrodynamischen Modell mit Euler-Modellregen des Typs 11. Hierzu informiert der Abschnitt 6, S. 21 der DWA - All8.

3.1 wann wurde das derzeit die Probleme betreffende Rohrnetz gebaut?

3.2 welches Einzugsgebiet hatte das betreffende Rohrnetz zum Zeitpunkt des Einbaus?

Der Bebauungsplan 35/1 "Hinterer Kreuzgrund" ist von 1939. Das Rohmetz Im Kreuzgrund der Saarlandstraße wurde ca. 1933 und ca. 1953 gebaut Im Kreuzgrund wurden ca. 800/0 Kanalanteil ca. 1933 und Florian-Geyer-Straße ca. 50% Kanalanteil ca. 1933 gebaut. Die Inbetriebnahmen der SLK­Klinikneubauten waren BA. 1 ca. 2010 und BA. 2 ca. 2016 mit Kanalanschluss 2015.

4.1 welchen Anschluss hat das Baugebiet Nonnenbuckel?

4.2 werden Rückwirkungen durch das Baugebiet Nonnenbuckel auf das betroffene Rohrnetz ausgeschlossen?


Für den Anschluss des Baugebiets Nonnenbuckel wurden 2 Kanäle mit Querung der Römerstraße bis zum Anschluss an einen Zuleitungskanal (Südostecke Freibadparkplatz) zur Saarlandstraße bis Ende Mai 2021 fertiggestellt Mit der Realisierung des Quartiers Nonnenbuckel und der oben beschriebenen separaten Ableitung mit den weiteren Bauabschnitten ist im Kreuzgrund keine weitere Überlastung der Abwasserkanalisation vorhanden.

5. sind bei der Verlängerung der Saarlandstraße neue Kanalkapazitäten vorgesehen?

6. in welcher Weise wird für Abhilfe gesorgt werden?


Oie Verlängerung der Saarlandstraße hängt von der weiteren Entwicklung der Baugebiete und der übergeordneten Straßenplanung ab. Bei Vorliegen einer neuen Straßenausbauplanung wird das Kanalnetz auf die neuen Entwässerungsflächen angepasst bzw. vergrößert. In einem weiteren Bauabschnitt ohne Straßenverlängerung sollen die Regenüberlaufbauwerke im Straßenbereich Kreuzung Florian­Geyer-Straße / Saarlandstraße und Am Gesundbrunnen / Saarlandstraße, sowie ein neuer Sammelkanal in den Jahren 2025 bis 2026 umgesetzt werden. Dies ist für den Bebauungsplan 35/17 "Kreuzgrund" in Böckingen mit einem Gettungsbereich von ca. 23 ha relevant. Hier kann die weitere Planung für eine Nachverdichtung erst nach der Realisierung der Regenüberlaufbauwerke im Straßenbereich Kreuzung Florian-Geyer-Straße / Saarlandstraße und Am Gesundbrunnen I Saartandstraße erfolgen, da damit die entwässerungstechnischen Voraussetzungen bezüglich des Regenwasserabflusses sichergestellt werden.

Die Entsorgungsbetriebe sind in Bezug auf trockene Keller bemüht, das Abwassernetz auf dem aktuellen Stand der Technik zu halten. Jedoch wird das Abwassemetz entsprechend den Richtlinien auf häufige Regenereignisse mit 3-jährlichen Ereignissen ausgelegt. Bei stärkeren Regenfällen (seltene Regenereignisse) kommt es an seine Grenzen und es kommt zu einem Abfluss des Niederschlags an der Oberfläche. Daher wird empfohlen, sich mit Objektschutz am Eigentum zu beschäftigen. Hier stellen die Entsorgungsbetriebe auf der Homepage der Stadt Heilbronn Flyer zu der Thematik "Schutz vor Starkregenschäden" und "Wie sichere ich mein Haus gegen Rückstau?" zur Verfügung.

In diesem Zuge möchten wir auch auf die Abwassersatzung der Stadt Heilbronn § 20 Sicherung gegen Rückstau hinweisen. In diesem wird die Rückstauebene als die Straßenoberftäche an der Anschlussstelle der Grundstücksentwässerung definiert. Unterhalb liegende Gebäudeteile sind entsprechend den Erfordernisse gegen Rückstau zu sichern.

Mit freundlichen Grüßen

Andrreas Ringle

Bürgermeister und Erster Betriebsleiter Entsorgungsbetriebe



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