Kleingeister

Aussichtsturm City-Skyliner von der Gemeinderatsmehrheit abgelehnt

Man könne in Heilbronn auf genügend Türme steigen, um einen Blick über Heilbronn zu haben.
Schließlich gebe es den Götzen- und Bollwerksturm und auch auf den Wartbergturm könne man steigen, lauteten die dümmlichen Argumente der vereinigten Verhinderer eines innovativen Projektes, gegen das schon Oberbürgermeister in einer vergangenen Sitzung vehement gewettert hatte.
Daß damit auch ein solches Erlebnis beispielsweise für Behinderte verhindert wurde, die keinen Götzenturm besteigen können, daran dachten die sonst inklusionsgeschwängerten Populisten nicht
Schließlich könne man auch von der oberen Etage der neuen 'experimenta' toll über die Dächer der Stadt blicken - womit die Lobbyisten einmal mehr ihr Verhalten offenbarten.

Noch im Dezember wollte der Wirtschaftsausschuß dem Projekt eine Chance geben ("Skyliner soll doch kommen"), doch mit der Ablehnung - auch mit Hilfe mehrerer verwaltungsnaher CDU- und FDP-Stadträte - setzte nun die übliche Mehrheit im Gemeinderat einen Schlußpunkt unter das Thema, das ein Highlight zur BuGa hätte werden können.

PRO-Stadtrat Alfred Dagenbach kommentierte dies in der Sitzung des Gemeinderates wie folgt:
Nachdem man von Seiten der Stadtverwaltung bislang als Erfolgserlebnis für eine Aussicht über die Bundesgartenschau nur miterleben durfte, wie eine beschlossene markante Brücke über das Bahngelände, das die Besucher vom Hauptbahnhof ohne Umwege direkt in die BuGa gebracht hätte, so wenig zustande kam, wie die Aussichtsplattform auf benachbarten Silos oder gar eine gemeinsame Seilbahn mit den künftigen BuGa-Städten Erfurt und Mannheim, wird nun von ihr auch das für die Stadt Heilbronn mit keinerlei Kosten verbundene Projekt eines City-Skyliners auf dem Reim-Areal an der Lohtorstraße abgelehnt.

Wirklich erfolgreich werden die Besucher nur an den Eingang bei der neuen 'experimenta' herangeführt.
Beim City Skyliner handelt es sich laut Webauftritt um den höchsten und modernsten mobilen Aussichtsturm der Welt und er sei ein "unvergleichlicher, weithin sichtbare Eye-Catcher":
- Die Aussichtsplattform mit einer maximalen Höhe von 72 Metern bietet demnach eine atemberaubende Sicht in die Ferne, bei gutem Wetter seien es über 20 Kilometer Panoramablick.
- Die vollklimatisierte Kabine biete Platz für 60 Personen und die "sehr angenehme, weiche Fahrt mit leichter 360° Grad Drehung mache den City Skyliner zu einem unvergesslichen Erlebnis für die ganze Familie", heißt es dazu.
Ich würde mir das Lamento dagegen gefallen lassen, wenn es eine Dauereinrichtung wäre.
So ist der Event - wie man es heute so nennt - in wenigen Wochen wieder vorbei, was soll es eigentlich?

Also:
Der Aufsteller handelt auf eigenes Risiko und hat selbst ein Bodengutachten eingeholt.
Somit fallen keine Kosten für die Stadt an.
Doch die Verwaltungsspitze muß zwar in der Drucksache zugestehen, daß "keine statischen Gründe dem Aufstellen des Aussichtsturmes entgegen stehen".
Dennoch lehnt sie die Aufstellung des Turmes mit aus meiner Sicht fadenscheinigen Gründen ab.
Auf der einen Seite beklagt sie entfallende Parkplätze, Parksuchverkehr und mehr Verkehrsaufkommen in der Gerberstraße, auf der anderen Seite eine Belästigung der Anwohner, weil man beispielsweise aus dem Turm angeblich einen ungestörten Einblick in Wohnungen, Arztpraxen und Hotelzimmer habe, auch entfallen Parkplätze und so weiter und so fort.
Und man weiß auch, daß man nach einer Turmfahrt kein Interesse an weiteren Aktivitäten in der Innenstadt mehr haben wird.
Seltsamerweise fehlen früher gemachte Argumente, wie, daß der Turm der Kilianskirche oder gar dem Rathaus abträglich wäre.

Im Übrigen fehlt in der Drucksache die klare Aussage nicht nur über einen geplanten Zeitraum für die Aufstellung des Turmes, sondern auch über entgangene Parkgebühren zum Einen und die Pachteinnahmen zum Anderen.
Im Rahmen von Klarheit und Wahrheit reicht dazu die lapidare Feststellung a la "keine direkten Auswirkungen" unter "III. Sachverhalt" nicht aus.
Ich behaupte dagegen, daß der Wegfall der Parkplätze und deren rechtzeitige Bekanntmachung den Parksuchverkehr und das Verkehrsaufkommen in der Gerberstraße gerade während der Bundesgartenschau erheblich reduzieren und damit die Situation für die Anwohner während dieser Zeit deutlich entschärfen wird.

Ohnehin wäre eine Sperrung der Durchfahrt nicht nur, aber insbesondere während der Bundesgartenschau, durchaus angesagt.
Und was den vorgeschobenen Einblick in Wohnungen, Arztpraxen und Hotelzimmer betrifft, so mache man sich doch bitte nicht lächerlich.
Es genügt das einfache Zuziehen von Vorhängen, um solches zu verhindern.
Im Übrigen widersprechen diese an den Haaren herbeigezogenen Argumente von Defiziten für den Einzelhandel ja geradezu dem Anliegen der Ideengeber aus dem Einzelhandel und Heilbronn Marketing selbst und ich habe den Eindruck, daß Heilbronn drauf und dran ist, sein Image als die "Stadt der Krämerseelen" gegen den Status einer "Stadt der Kleingeister" einzutauschen, wo man nur noch die höchsteigene Interessensphäre im Blickfeld hat.

 

 


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